Es beginnt nicht mit einer Idee. Es beginnt mit einem Unbehagen.

Das bisherige Logo war richtig. Durchdacht. Konstruiert. Es trug Ordnung in sich – Proportion, Geometrie, ein fast architektonisches Denken. Und doch lag darin eine Strenge, die mir in letzter Zeit fremd geworden ist. Oder vielleicht: zu eng. Ich habe begonnen, mich zu lösen. Nicht radikal. Nicht laut.
Eher wie in der analogen Fotografie selbst: ein langsames Öffnen.
Mehr Spielraum, mehr Unschärfe, mehr Vertrauen in das, was entsteht, ohne vollständig kontrolliert zu sein. In diesem Zustand ist das neue Zeichen entstanden.
Zuerst war da nur eine Linie.
Ein Bogen.
Keine Konstruktion, keine Berechnung – eher eine Bewegung.
Etwas, das sich nicht abschließt, sondern andeutet.
Ich habe lange gezögert. Was hat das mit mir zu tun?
Was hat das mit analoger Fotografie zu tun? Die ehrliche Antwort war zunächst: nichts Direktes. Und genau darin lag die Irritation.
Denn ich war es gewohnt, dass ein Zeichen erklärt, zuordnet, benennt.
Doch dieses tat etwas anderes: Es ließ offen. Erst allmählich wurde mir klar, dass genau darin seine Stärke liegt. Die Linie ist keine Form im klassischen Sinn.
Sie ist eine Spur.
Sie erinnert an Licht, das sich bewegt. An einen Moment, der nicht festgehalten, sondern durchlaufen wird. An ein Bild, das nicht sofort sichtbar ist, sondern sich entwickelt.
Sie ist nicht das Ergebnis.
Sie ist der Prozess.
Der Gedanke, das Zeichen mit einem Buchstaben zu verbinden, kam fast zwangsläufig. Ein „A“ – nicht für meinen Namen, sondern für „analog“. Ein leiser Anker in einer offenen Bewegung.
Doch auch hier war Vorsicht nötig. Das Zeichen durfte nicht wieder zu etwas werden, das sich erklärt. Der Buchstabe musste Teil der Bewegung bleiben – nicht ihr Gegenüber. Was am Ende entstanden ist, ist kein Logo im klassischen Sinne.
Es ist ein Zeichen.
Eines, das nicht beschreibt, sondern andeutet.
Eines, das nicht festlegt, sondern öffnet.
Eines, das weniger sagt – und dadurch mehr Raum lässt.
Vielleicht ist das der eigentliche Kern meiner Arbeit geworden: Nicht das vollständige Bild, sondern die Spur dahin.
Das neue Icon steht für „analog“.
Aber nicht als Begriff.
Sondern als Haltung.
Und deshalb bleibt es jetzt so.

