
Meine fotografische Arbeit gründet auf einer Haltung, die Sichtbarkeit und Würde untrennbar verbindet. Diese Haltung war über Jahrzehnte wirksam und wird im Prozess der Archivierung als durchgehende Konstante erkennbar.
Ich begegne Menschen in politischen, sozialen und privaten Kontexten auf Augenhöhe. Meine Fotografien entstehen aus einer Position der Begegnung, nicht des Zugriffs.
Mein Blick richtet sich auf Personen und Situationen jenseits medialer Inszenierung sowie außerhalb normativer Schönheits- und Machtordnungen.
Würde entsteht durch Zurückhaltung, formale Klarheit und den Verzicht auf Dramatisierung oder Viktimisierung. Der Körper erscheint nicht als Objekt, sondern als Träger von Erfahrung, Eigenständigkeit und Gegenwart.
Dieses Archiv ist kein abgeschlossener Bestand.
Es ist ein Prozess des Sichtbarmachens, des Ordnens und des erneuten Lesens.
Die Fotografien treten hier in neue Zusammenhänge. Was über Jahre hinweg entstanden ist, beginnt sich zu zeigen – nicht als Rückblick, sondern als Gegenwart.
Das Archiv macht sichtbar, was in der Arbeit immer schon angelegt war.
Ein Werk ist erst dann ein Werk, wenn es gelesen werden kann.
Archive sind die intimsten Dokumente eines künstlerischen Lebens.
Wer sein Archiv nicht versteht, versteht sein Werk nicht.






