Ist es nicht wirklich faszinierend und berührend, wie jeder von uns eine einzigartige Geschichte zu erzählen hat? Hinter jedem Lächeln, jeder Falte und jedem Blick verbirgt sich ein Universum von Erfahrungen, Lektionen und Momenten, die darauf warten, geteilt zu werden. Es ist diese Vielfalt an Geschichten, die unsere Welt so reich und vielschichtig macht.
Meine Geschichte beginnt im Jahr 1950, in Wülfrath, einer Stadt in Nordrhein-Westfalen.
Ich beginne meine Autobiografie nicht mit Daten, sondern mit Räumen.
Eine Wohnung ohne Bad, das Klo auf halber Treppe.
Wöchentliche Besuche in der Badeanstalt.
Ein Markt, auf dem es scheinbar alles gab.
Ein Schwimmbad, in dem ich Nachmittage verbrachte.
Ein Fenster mit einem Kissen, durch das meine Mutter auf die Straße sah.
Meine Kindheit in Wülfrath besteht aus solchen Bildern.
Keine großen Ereignisse – sondern Wiederholungen, Orte, Routinen.
Vielleicht ist genau daraus mein Blick entstanden.
Meine Autobiografie ist geschrieben.
Und sie hat ihren Weg gefunden – sie ist bereits vergriffen.
Jetzt beginnt etwas anderes:
die Arbeit am Archiv, das Lesen der eigenen Fotografien.

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